Luftreinigende Pflanzen: Vorteile und beste Sorten
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Raumluft enthält oft 2 bis 5 Mal höhere Konzentrationen an Schadstoffen als die Aussenluft – Formaldehyd aus Möbeln, Benzol aus Kunststoffen, flüchtige organische Verbindungen (VOCs) aus Reinigungsmitteln. Pflanzen wie Bogenhanf, Einblatt und Efeutute absorbieren diese Verbindungen durch ihre Blätter, während sie Sauerstoff und Feuchtigkeit wieder in den Raum abgeben.
Dieser Leitfaden behandelt, wie luftreinigende Pflanzen funktionieren, welche Sorten am besten abschneiden und wie man sie für Häuser und Büros auswählt und pflegt.
Was sind luftreinigende Pflanzen?
Luftreinigende Pflanzen – wie Bogenhanf, Grünlilien, Einblatt, Efeutute und ähnliche Sorten – absorbieren luftgetragene Giftstoffe wie Formaldehyd und Benzol über ihre Blätter und geben gleichzeitig Sauerstoff und Feuchtigkeit an den Raum ab.
Die Clean Air Study der Nasa aus den späten 1980er Jahren dokumentierte diesen Effekt erstmals, als Forscher testeten, wie Pflanzen Schadstoffe in geschlossenen Raumfahrzeugumgebungen filtern könnten.
Der Prozess funktioniert über winzige Poren auf den Blattoberflächen, die Stomata genannt werden. Wenn Luft an den Blättern vorbeiströmt, dringen Schadstoffe durch die Stomata ein und werden im Pflanzengewebe abgebaut.
Gleichzeitig helfen auch Mikroorganismen, die in der Erde um die Wurzeln herum leben, schädliche Verbindungen zu verstoffwechseln – das gesamte Pflanzensystem fungiert also als Filter, nicht nur das Laub.

Die Wissenschaft hinter luftreinigende Pflanzen
Pflanzen nehmen flüchtige organische Verbindungen (VOCs) als Teil ihres normalen Stoffwechsels auf.
Wenn verschmutzte Luft über die Blattoberflächen strömt, dringen Toxine durch die Stomata ein und werden entweder im Pflanzengewebe gespeichert oder in harmlose Nebenprodukte umgewandelt.
Der Wurzelbereich trägt genauso viel bei: Nützliche Bakterien und Pilze im Boden bauen Chemikalien ab, die die Pflanze durch ihr Gefäßsystem nach unten zieht.
Dies erklärt, warum gesunde Pflanzen mit aktiven Wurzelsystemen die Luft oft effektiver filtern als gestresste oder vernachlässigte.
Schadstoffe, die luftreinigende Pflanzen entfernen
Innenräume weisen oft höhere Konzentrationen bestimmter Chemikalien auf als die Außenluft. Die Quellen sind überraschend alltäglich – Möbel, Fußböden, Reinigungsmittel und Bürogeräte geben Verbindungen an die Luft ab.
Formaldehyd: freigesetzt durch Pressspanmöbel, Teppiche und einige Reinigungsmittel.
Benzol: zu finden in Farben, Kunststoffen und synthetischen Fasern.
Trichlorethylen: vorhanden in Klebstoffen, Lacken und einigen Tinten.
Xylol und Toluol: ausgestoßen von Druckern, Kopierern und Markern.
Ammoniak: häufig in Glasreinigern und Bodenpolituren.
Wie viele Pflanzen werden pro Raum benötigt?
Eine einzelne Pflanze auf der Fensterbank wird die Luftqualität nicht verändern; Menge und Platzierung sind wichtiger, als die meisten Menschen denken.
Ein vernünftiger Ausgangspunkt ist eine mittelgrosse Pflanze pro 10 m² Bodenfläche, wobei dies je nach Deckenhöhe, Belüftung und Pflanzenart variiert.
Grossblättrige Arten wie Gummibäume oder Einblatt bieten mehr Oberfläche für die Absorption als kompakte Sukkulenten.
Mehrere Pflanzen an strategischen Punkten zu gruppieren – in der Nähe von Arbeitsplätzen, in Besprechungsräumen oder entlang von Fluren – oder vertikale Gartensysteme zu nutzen, funktioniert tendenziell besser, als sie zufällig im Gebäude zu verteilen.
Warum luftreinigende Pflanzen das Raumklima verbessern
Neben der Filterung von Schadstoffen tragen Pflanzen auf oft unbemerkte Weise zum Raumkomfort bei. Ihre Vorteile erstrecken sich auf die Luftfeuchtigkeit, das psychische Wohlbefinden und sogar den Energieverbrauch.
Sauberere Luft
Niedrigere VOC-Konzentrationen können weniger Kopfschmerzen, weniger Augenreizungen und verbesserten Atemkomfort bedeuten. Sie bieten eine kontinuierliche, passive Filterschicht, die mit mechanischen Systemen zusammenarbeitet.
Bessere Luftfeuchtigkeit
Pflanzen geben Feuchtigkeit durch Transpiration ab. In klimatisierten Büros hilft diese natürliche Befeuchtung gegen trockene Haut, gereizte Augen und Atembeschwerden. Ein mittelgrosses Einblatt gibt beispielsweise etwa 0,8 Liter Wasser pro Monat ab. Rechnet man das auf Dutzende von Pflanzen hoch, wird der Effekt spürbar.
Gesteigertes Wohlbefinden
Mitarbeiter in mit Pflanzen gefüllten Büros berichten durchweg von höherer Zufriedenheit und bessere Konzentration. Die visuelle Präsenz von Grün reduziert Stress und schafft eine angenehmere Atmosphäre.
Geringere Abhängigkeit von mechanischer Belüftung
Gut platzierte Pflanzen können die Belastung von HVAC-Systemen reduzieren, was in einigen Fällen zu einem geringeren Energieverbrauch und reduzierten CO₂-Emissionen führt.

Die besten luftreinigenden Zimmerpflanzen
Pflanze | Lichtbedarf | Haustierfreundlich | Wichtigste entfernte Schadstoffe |
Schwach bis mittel indirekt | Nein | Alkohole, Aceton, Schimmelsporen | |
Grünlilie | Hell indirekt | Ja | Formaldehyd, Kohlenmonoxid |
Schwach bis hell indirekt | Nein | Verschiedene VOCs | |
Drachenbaum | Mittel indirekt | Nein | Benzol, Trichlorethylen, Xylol |
Ficus elastica (Gummibaum ) | Schwach bis mittel indirekt | Nein | Formaldehyd |
Wie man die richtigen luftreinigenden Pflanzen auswählt
Matching plants to your specific conditions determines whether they thrive or struggle. A few key factors guide the selection process.
Raumgrösse und Pflanzenanzahl
Etwa eine mittelgrosse Pflanze (ca. 1 m hoch) pro 10 m² Bodenfläche. In Grossraumbüros funktioniert die Gruppierung von Pflanzen in Zonen oft besser.
Lichtverhältnisse
Die eigenen Räumlichkeiten vor der Auswahl der Pflanzenarten richtig einzuschätzen, erspart später viel Frustration:
Helles, indirektes Licht: Im Umkreis von 2 Metern zu nach Süden oder Westen ausgerichteten Fenstern.
Mittleres Licht: 3–4 Meter von Fenstern entfernt oder in der Nähe von Nordfenstern.
Wenig Licht: Innenliegende Räume, Flure oder Bereiche mit minimalem Tageslicht.
Bogenhanf, Efeutute und Glücksfeder tolerieren wenig Licht. Einblatt und Farne bevorzugen mittlere Lichtverhältnisse. Bambuspalmen und Grünlilien gedeihen am besten an helleren Standorten.
Sicherheit für Haustiere
Wenn Haustiere Zugang haben, sind ungiftige Sorten wie Grünlilien, Schwertfarne, Bambuspalmen und Bergpalmen die sicherere Wahl. Efeutute, Einblatt und Efeu können bei Katzen oder Hunden Verdauungsprobleme verursachen.
Pflege von luftreinigenden Pflanzen
Gesunde Pflanzen filtern die Luft effektiver als gestresste Exemplare. Ein paar regelmäßige Pflegemassnahmen sorgen dafür, dass sie dauerhaft optimale Ergebnisse liefern.
Giessen
Die meisten Pflanzen bevorzugen es, wenn die Erde zwischen den Wassergaben leicht antrocknet. Überwässerung verursacht mehr Probleme als Unterwässerung – Wurzelfäule ist die häufigste Ursache für das Absterben von Zimmerpflanzen. Prüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit mit dem Finger, bevor Sie giessen.
Platzierung
Positionieren Sie Pflanzen nach ihren Lichtvorlieben und drehen Sie sie gelegentlich für ein gleichmässiges Wachstum. Platzieren Sie sie nicht direkt neben Heizungen, Klimaanlagen oder zugigen Türen.
Anzeichen von Stress
Gelbe Blätter deuten oft auf Überwässerung oder Nährstoffmangel hin.
Braune Blattspitzen werden typischerweise durch niedrige Luftfeuchtigkeit oder Mineralienablagerungen verursacht.
Spillriges Wachstum deutet auf unzureichendes Licht hin , und
Welken trotz feuchter Erde kann auf Wurzelfäule hinweisen.
Messung der Wirkung und professionelle Pflege
Ob Pflanzen einen messbaren Unterschied machen, hängt davon ab, wie man es misst.

"Pflanzen verbessern die Luftqualität kontinuierlich, aber der Effekt wird erst sichtbar, wenn man ihn misst. Anhand von Sensordaten können wir unseren Kunden exakt aufzeigen, wie ihre Begrünung die VOC-Werte und die Luftfeuchtigkeit über Wochen und Monate hinweg beeinflusst."
Raffael Styger, UI/UX Representative and Dashboard Expert
Sensoren für die Raumluftqualität erfassen VOC-Konzentrationen, CO₂-Werte und die relative Luftfeuchtigkeit in Echtzeit. Ein Vergleich der Messwerte vor und nach dem Aufstellen der Pflanzen – oder zwischen begrünten und unbegrünten Zonen – liefert einen handfesten Beweis für deren positiven Effekt.
Warum professionelle Pflege luftreinigende Pflanzen langfristig gesund hält
Pflanzen filtern die Luft nur dann effektiv, wenn sie gesund sind. Gestresste, vernachlässigte oder absterbende Pflanzen erbringen nicht die gewünschte Leistung und müssen irgendwann ersetzt werden – oft zu denkbar unpassenden Zeitpunkten.
Eine professionelle Betreuung sichert die regelmässige Bewässerung, den Rückschnitt, die Schädlingsbekämpfung sowie die optimale Bodenpflege. In einem Abo-Modell werden schwächelnde Pflanzen ohne zusätzliche Kosten ersetzt. So bleibt die Begrünung Jahr für Jahr optisch ansprechend und voll funktionsfähig. Für Büros, die messbare Verbesserungen der Luftqualität ohne betrieblichen Mehraufwand anstreben, eliminiert dieser Ansatz die internen Aufwände und garantiert gleichzeitig langfristige Ergebnisse.
Alle Pflegeschritte sind im All-inclusive-Paket von Oxygen at Work enthalten. Dies sorgt für eine gleichbleibende Qualität und langlebige Begrünungskonzepte, ganz ohne internen Aufwand. |
Häufig gestellte Fragen über luftreinigende Pflanzen (FAQs)
Welche Pflanze reinigt die Luft am meisten?
Bogenhanf und Einblatt gehören zu den effektivsten Luftreinigern und entfernen mehrere Toxine bei relativ geringem Pflegeaufwand.
Funktionieren sie wirklich?
Ja, aber es erfordert mehrere strategisch platzierte Pflanzen für eine deutliche Verbesserung.
Welche Pflanze entfernt Schimmel in der Luft?
Efeu ist besonders effektiv bei der Reduzierung von Schimmelsporen in der Luft; auch das Einblatt hilft in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Können sie einen Luftreiniger ersetzen?
Pflanzen ergänzen mechanische Luftreiniger, ersetzen sie aber nicht vollständig.
Wie lange dauert es?
Pflanzen beginnen sofort mit der Absorption, aber spürbare Verbesserungen erfordern in der Regel mehrere Wochen mit einer ausreichenden Anzahl gesunder Pflanzen.








