Zwischen Grün und Kunst:
Pflanzentöpfe neu gedacht
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Von links nach rechts, Manuel Winter (Oxygen at Work), Thabiso Phepeng & Andile Magengelele (Botaki Factory)
Ein zweites Leben für alte Pflanzentöpfe
Nachhaltigkeit heisst, Bestehendes neu zu denken. Gemeinsam mit der Botaki Factory hat Oxygen at Work diesem Anspruch eine konkrete Form gegeben: Ausrangierte Pflanzentöpfe, gezeichnet von Kratzern oder kleinen Beschädigungen, wurden zu weissen Flächen, die als Leinwand für Kunstwerke dienen. Anstatt entsorgt zu werden, erhielten sie ein zweites Leben – und lassen Pflanzen heute in unerwartetem Glanz erscheinen.
Die Botaki Pots entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem jungen Zürcher Kollektiv Botaki Factory, das kurz nach seiner Gründung den Wunsch verspürte, sein Studio mit Grün zu beleben. Für Oxygen at Work war das Projekt zugleich eine Gelegenheit, aufstrebende lokale Künstler:innen zu unterstützen und neue Ausdrucksformen im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Kreativität auszuloten. Unter den zahlreichen Ansätzen zur Wiederverwendung von Materialien markieren die Botaki Pots den bisher buntesten Schritt auf diesem Weg.
Unser Dank gilt den Künstlern Juice, Thabiso Phepeng und Marvin Kangsen sowie dem Kurator Andile Magengelele für ihre inspirierende Zusammenarbeit.
Vom Alltagsgefäss zum Kunstobjekt
Eine Übersicht der verschiedenen Töpfe und Kunstwerke finden Sie in der folgenden Galerie. Jeder Topf erzählt eine eigene Geschichte – und fügt sich zugleich in den Dialog zwischen Kunst und Natur ein.
Über Botaki
Die Geschichte von Thabiso Phepeng und Andile Magengelele ist eng mit Südafrika verbunden. Aufgewachsen in einer Gesellschaft, die von Rassentrennung und Ungleichheit geprägt war, fanden sie in der Kunst einen Rückzugsort – einen stillen Raum im Kontrast zur rauen Aussenwelt. Dort entstand ein Ort, an dem Verständnis wachsen konnte, an dem man Fragen stellte und an dem Schönheit auf etwas Grösseres verwies. Für Thabiso war dieser Zugang vielschichtig: Er erinnert sich an seine Grossmütter, die Wände bemalten, an traditionelle Muster, die nicht als „Kunst“, sondern als gelebte Praxis verstanden wurden. Später kamen Hip-Hop, Graffiti und Popkultur dazu – und in Jugendzentren, die Sicherheit boten, lernte er die Technik. So wurde Kunst zu einer täglichen Übung, nicht nur zu einem vorübergehenden Interesse. Die Sprache der Botaki Factory trägt all diese Einflüsse in sich. Sie ist von afrikanischen Wurzeln geprägt, von westlichen Systemen beeinflusst und bewegt sich zwischen Tradition und Moderne. Die Mitglieder des Kollektivs arbeiten mit unterschiedlichen Stilen und erzählen verschiedene Geschichten – doch sie teilen die Leidenschaft für ein gemeinsames Schaffen. So entstanden auch die Botaki Pots. Marvin, Thabiso und Juice entwickelten sie zusammen, inspiriert vom Wunsch, Pflanzen ins Atelier zu holen. Bald merkten sie, wie stark die Pflanzen die Stimmung im Raum veränderten: Sie wurden Gesprächsanlass, Inspirationsquelle und beeinflussten sogar die Kunst. Die Farbpaletten verschoben sich, die Gesten wurden weicher, Symbole für Erneuerung und Wachstum traten hervor. Die Philosophie der Botaki Factory lässt sich mit einem Satz von Cesar A. Cruz fassen: „We want to comfort the disturbed and disturb the comfortable.“ Kunst soll trösten, aber auch herausfordern. Genau diese Spannung spiegeln die Botaki Pots wider: Sie stehen wie Figuren im Dialog – zwischen Harmonie und Irritation, Gleichgewicht und Bewegung. „Botaki“ – auf Setswana „Kunstfertigkeit“ – ist dabei nicht nur ein Name, sondern ein Programm. Das Kollektiv versteht sich als Gemeinschaft, die Kunst als Plattform für Austausch und Heilung sieht. Die Pots verkörpern diese Haltung: Sie verbinden Zuflucht mit Dialog, Erinnerung mit Gegenwart und Natur mit künstlerischem Ausdruck.
Juice (Artist) & Carlos (Greenery) am Arbeiten
Über Oxygen at Work
Oxygen at Work verbindet Wissen über Pflanzen mit Technologie, um die Vorteile der Natur in Innenräume zu holen. Seit der Gründung 2017 in Zürich ist das Unternehmen auch in der Romandie und in Deutschland tätig. Mit mehr als sieben Jahren Erfahrung und über 700 Projekten verfügt es über eine umfassende Expertise darin, Arbeitswelten mit Grün zu gestalten – basierend auf den Grundsätzen des biophilen Designs.
Doch Begrünung bedeutet hier mehr als Dekoration. Pflanzen können die Luftqualität verbessern, das Wohlbefinden steigern und die Produktivität fördern. Mithilfe eigener Technologie überwacht Oxygen at Work Faktoren wie CO₂-Gehalt oder Luftfeuchtigkeit, damit die Installationen täglich messbare Effekte entfalten.
Der Grundgedanke ist einfach: Arbeitsplätze sollten nicht allein funktional sein, sondern inspirieren, Energie spenden und ein gesundes Umfeld schaffen. Dieses Leitbild prägt jedes Projekt – ob kleine Installation oder umfassende Unternehmenslösung.





















